
Jukebox Herzschlag
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Die Luft in Dotty's Diner roch nach gebratenem Speck und verschüttetem Kaffee. Nach Zigarettenrauch, der sich in den Vorhängen festgesetzt hatte, und nach dem süßlichen Parfüm, das die Frauen trugen, wenn sie hofften, dass jemand es bemerkte. Clarice wischte die Theke ab, mechanisch, die Bewegung so vertraut wie ihr eigener Atem. Das Tuch machte kleine kreisende Spuren im Chrom, die sofort wieder verschwanden.
Draußen vor dem Fenster lag die Main Street unter einem weißblonden Himmel, der noch nicht entschieden hatte, ob er aufklaren oder sich verdunkeln würde. Die Straße war leer bis auf einen Hund, der langsam über den Asphalt trottete, und Mrs. Henderson, die ihre Einkaufstasche fester hielt, als könnte der Wind sie ihr entreißen.
Clarice drehte sich um, lehnte sich gegen die Theke. Ihre Uniform saß perfekt – weiße Bluse, schwarzer Rock, die kleine Schürze mit dem eingestickten "Dotty's" über der Hüfte gebunden. Ihr Haar war hochgesteckt, jede Locke mit Spray fixiert. Sie sah aus wie das Mädchen auf dem Reklameplakat, das über der Kasse hing: makellos, lächelnd, bereit zu dienen.
Nur ihr Lächeln fehlte.
Die Jukebox in der Ecke spielte leise. Patsy Cline. Walking After Midnight. Die Stimme kroch durch den Raum wie Rauch, süß und schmerzlich zugleich. Clarice kannte jedes Lied auswendig. Sie hatte hier gearbeitet, seit sie sechzehn war. Jetzt war sie dreiundzwanzig. Sieben Jahre lang dieselbe Theke, dieselben Gäste, dieselben Witze über ihren Namen. "Clarice, wie die Nonne?" "Nein, wie die Sängerin." "Welche Sängerin?" "Keine, die Sie kennen würden."
Die Tür ging auf. Nicht das kleine Klingeln, das die meisten Gäste ankündigte, sondern ein festes, entschiedenes Geräusch. Clarice sah auf.
Er trug Uniform.

Navy. Die weiße Jacke saß straff über den Schultern, die Messingknöpfe poliert bis sie glänzten, die weiße Mütze in der Hand. Er war groß, breite Schultern, die die Uniform perfekt ausfüllten, aber er bewegte sich mit einer überraschenden Eleganz, als wäre er sich seiner Kraft bewusst und hielt sie absichtlich zurück. Sein Gesicht – Gott, sein Gesicht. Markante Wangenknochen, eine gerade Nase, ein starker Kiefer mit dem Ansatz eines Bartes, der ihm etwas Raues gab. Seine Augen waren dunkel, von dichten Wimpern umrahmt, und durch seine linke Augenbraue verlief eine schmale, weiße Narbe, die bis zum Wangenknochen reichte. Sie machte sein Gesicht interessanter, gefährlicher, als würde sie eine Geschichte erzählen, die er niemals laut aussprechen würde.
Clarice spürte, wie ihr Atem stockte.
Er setzte sich an die Theke. Nicht am Ende, wo die alten Männer saßen, nicht in der Mitte, wo die Geschäftsleute ihre Zeitungen ausbreiteten. Direkt vor ihr.
"Kaffee?", fragte sie.
Ihre Stimme klang höher als gewollt.
"Ja. Schwarz."
Seine Stimme war tief und rau, wie über Kies gezogen. Eine Stimme, die nichts beweisen musste, aber trotzdem alles sagte.
Sie goss den Kaffee ein. Ihre Hände zitterten leicht, und ein Tropfen landete auf der Theke. Sie wischte ihn hastig weg, spürte, wie Hitze in ihre Wangen stieg. Die Tasse war heiß, der Dampf stieg auf und verschwand. Sie stellte sie vor ihm ab, und ihre Finger streiften kurz seine, die bereits auf der Theke lagen. Ein elektrischer Schlag fuhr durch sie, schnell und brennend.
"Danke."
Jetzt sah er sie an. Wirklich an. Seine Augen hielten ihre fest, und in ihnen lag etwas Hungriges, etwas Aufmerksames, das sie gleichzeitig erschreckte und anzog. Die Narbe zog sich weiß über sein sonnengebräuntes Gesicht, und sie fragte sich, wie sie sich anfühlen würde unter ihren Fingern.
Clarice trat einen Schritt zurück, aber nicht weit genug, um dem magnetischen Zug zu entkommen, der zwischen ihnen gespannt war.
Die Jukebox wechselte das Lied. Johnny Cash. I Walk the Line. Der Bass pulsierte, tief und gleichmäßig, wie ein zweiter Herzschlag.
Er hob die Tasse, trank. Seine Hände waren groß, die Finger lang und kräftig. Kein Ring. Sehnige Unterarme unter den hochgerollten Ärmeln, die Haut goldbraun. Am Handgelenk konnte sie seinen Puls sehen, wie er rhythmisch schlug.
"Sie sind nicht von hier", sagte Clarice.

Es war keine Frage.
Er setzte die Tasse ab. Die Narbe verzog sich leicht, als er den Kopf neigte.
"Nein", sagte er. "Bin ich nicht."
Stille. Die Luft zwischen ihnen vibrierte, elektrisch geladen, wie vor einem Gewitter.
"Durchreise?", fragte sie. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
"So ähnlich."
Er trank wieder. Seine Lippen berührten den Rand der Tasse, voll und fest, und Clarice konnte ihren Blick nicht abwenden. Sie stellte sich vor, wie sie sich anfühlen würden, auf ihrer Haut, an ihrem Hals, an ihrem Mund.
"Wie lange bleiben Sie?"
"Weiß ich noch nicht."
Er stellte die Tasse ab und lehnte sich vor. Sein Gesicht war jetzt näher, nah genug, dass sie den Geruch von Rasierwasser und etwas Männlichem riechen konnte, etwas, das sie schwindelig machte.
"Aber vielleicht", sagte er leise, seine Augen auf ihren Lippen, "finde ich einen Grund zu bleiben."
Die Tür ging auf. Mr. Patterson kam herein, in seinem üblichen Anzug, mit seiner üblichen Zeitung. Die Welt kehrte zurück, laut und grell. Clarice zuckte zusammen, trat zurück, wandte sich ab. Sie goss Kaffee ein, lächelte mechanisch, aber ihr Herz hämmerte so laut, dass sie sicher war, jeder im Raum konnte es hören.
Als sie zur Theke zurückkam, war der Navy-Soldat aufgestanden. Er legte einen Dollar neben die Tasse, aber er zog seine Mütze nicht gleich auf. Stattdessen beugte er sich vor, so nah, dass sein Atem ihr Ohr streifte.
"Ich komme wieder", flüsterte er. "Für mehr als nur Kaffee."
Dann war er weg.
Clarice stand da, die Hände flach auf der Theke, und versuchte zu atmen. Das Chrom unter ihren Handflächen war warm. Alles war warm.
Er kam wieder.
Am nächsten Tag, zur selben Zeit. Die Sonne stand tiefer, das Licht im Diner war goldener, weicher. Die Jukebox spielte The Everly Brothers. All I Have to Do Is Dream.
Er setzte sich an denselben Platz. Diesmal trug er keine Uniform. Nur ein weißes Hemd, die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgerollt, und dunkle Hosen, die an seinen schmalen Hüften saßen. Seine Haare waren kurz, militärisch kurz, aber eine einzelne Strähne fiel ihm in die Stirn. Die Narbe leuchtete weiß im Sonnenlicht, ein heller Strich über dunkler Haut.
Clarice goss Kaffee ein, ohne zu fragen.
"Sie erinnern sich", sagte er. Seine Stimme war wie Samt, rau und weich zugleich.
"Schwarz", sagte sie. Ihr Blick fiel auf seine Lippen, blieb dort zu lange hängen.
"Ja."
Er trank. Sie wischte die Theke ab, aber ihre Bewegungen waren langsamer heute, bewusster. Sie spürte seinen Blick auf sich, wie er über ihre Hände wanderte, ihren Hals hinauf, zu ihrem Gesicht. Die Luft war dick, schwer, aufgeladen.

"Wie heißen Sie?", fragte er.
Sie hielt inne. Das Tuch in ihrer Hand war feucht, kühl, ein Kontrast zu der Hitze, die durch ihre Adern floss.
"Clarice."
"Clarice."
Die Art, wie er ihren Namen aussprach, ließ ihre Knie weich werden. Langsam, genüsslich, als würde er ihn schmecken.
"Und Sie?"
"Francis."
"Francis", wiederholte sie, und sie liebte das Gefühl des Namens in ihrem Mund.
Er lächelte, und diesmal blieb es. Sein ganzes Gesicht veränderte sich – die Augen wurden weicher, die Narbe verzog sich leicht, und plötzlich war er nicht mehr nur gutaussehend. Er war atemberaubend.
"Mögen Sie Musik?", fragte er.
"Was?"
"Die Jukebox. Hören Sie gern Musik?"
Clarice sah zur Jukebox hinüber, aber sie konnte sich nicht konzentrieren. Alles, was sie spürte, war er – seine Nähe, seine Wärme, der Magnetismus, der von ihm ausging.
"Ja", sagte sie. "Manchmal."
"Tanzen Sie?"
Die Frage überraschte sie. "Was?"
"Ob Sie tanzen. Hier, jetzt."
"Hier?" Sie sah sich im leeren Diner um. "Es ist niemand da."
"Genau." Er stand auf, kam um die Theke herum. Plötzlich war er direkt vor ihr, so nah, dass sie die Wärme seines Körpers spüren konnte. Er war noch größer, als sie gedacht hatte. Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen.
"Ich kann nicht—"
"Doch. Können Sie."
Er nahm ihre Hand. Seine Finger umschlossen ihre, fest und warm, und er zog sie sanft von der Theke weg, mitten in das leere Diner. Die Jukebox spielte weiter. Elvis. Can't Help Falling in Love.
Francis legte eine Hand auf ihre Taille, zog sie näher. Sie spürte die Festigkeit seines Körpers, die Muskeln unter dem dünnen Hemd. Ihr Atem ging schneller.
"Entspannen Sie sich", murmelte er, sein Mund nah an ihrem Ohr. Seine Stimme war wie eine Berührung.
Sie bewegten sich langsam, im Kreis, und Clarice vergaß alles – das Diner, die Stadt, ihr altes Leben. Es gab nur ihn, seine Hand an ihrer Taille, die andere, die ihre festhielt, als wäre sie etwas Kostbares. Sein Geruch umhüllte sie, männlich und berauschend.
"Woher haben Sie die Narbe?", flüsterte sie.
Seine Augen verdunkelten sich. "Korea. Ein Messer, das zu nah kam."
"Tut es weh?"
"Nicht mehr." Er beugte sich vor, seine Wange berührte ihre. "Aber wenn Sie wollen, können Sie sie später untersuchen."
Ihre Knie gaben nach, aber er hielt sie fest, zog sie noch näher. Sein Körper presste gegen ihren, hart und warm, und sie spürte jede Kontur, jeden Atemzug. Ihre Brüste drückten gegen seine Brust, und sie hörte, wie er leise einatmete.

"Clarice", flüsterte er, sein Mund gegen ihre Schläfe. "Gott, Clarice."
Das Lied endete. Sie standen still, aber keiner von ihnen ließ los. Francis hob ihre Hand an seine Lippen, küsste jeden einzelnen Finger, langsam, seine Augen dabei auf ihre gerichtet. Die Geste war so intim, so sinnlich, dass Clarice dachte, sie würde verbrennen.
"Treffen Sie mich heute Abend", sagte er. Es war keine Frage. Es war eine Bitte, ein Versprechen, eine Drohung.
"Wo?"
"Beim See. Um acht."
Sie nickte, konnte nicht sprechen.
Er lächelte, küsste ihre Handfläche, ließ sie dann los. Als er ging, drehte er sich an der Tür noch einmal um, und der Blick, den er ihr zuwarf, war so voller Verlangen, dass sie sich an der Theke festhalten musste.
Der Abend kam zu langsam und zu schnell zugleich.
Clarice ging nach Hause, duschte, wusch sich das Haar. Sie stand vor ihrem Schrank, probierte drei verschiedene Kleider an, bevor sie sich für das dunkelrote entschied, das ihre Taille betonte und über den Knie endete. Sie trug Strümpfe, die an einem Strumpfhalter befestigt waren – etwas, das sie sonst nie tat. Ihre Hände zitterten, als sie Rouge auftrug, ihre Lippen rot färbte.
Sie sah sich im Spiegel an und erkannte sich kaum wieder. Ihre Augen glänzten, ihre Wangen waren gerötet, und auf ihren Lippen lag ein Lächeln, das nicht verschwinden wollte.
Der See lag am Stadtrand, umgeben von Bäumen, deren Blätter im Wind raschelten. Das Wasser war still, reflektierte den Himmel, der sich von Gold zu Violett zu Nachtblau verfärbte. Francis wartete bereits, lehnte gegen seinen Chevrolet. Er hatte sich umgezogen – ein dunkelblaues Hemd, die obersten Knöpfe geöffnet, dunkle Hosen. Im Dämmerlicht sah er aus wie ein Traum, wie etwas, das zu schön war, um real zu sein.
Als er sie sah, stieß er sich vom Wagen ab. Sein Blick wanderte über sie, langsam, hungernd, und sie spürte, wie ihre Haut unter seiner Aufmerksamkeit brannte.
"Mein Gott", sagte er leise. "Sie sind wunderschön."
Niemand hatte ihr das je gesagt. Nicht so. Nicht mit dieser Stimme, diesem Blick.

Er kam auf sie zu, und mit jedem Schritt wurde die Luft dünner. Als er vor ihr stand, hob er eine Hand, strich eine Locke hinter ihr Ohr. Seine Finger verweilten an ihrer Wange, an ihrem Kiefer, glitten zu ihrem Hals hinunter. Ihr Puls hämmerte unter seiner Berührung.
"Francis", flüsterte sie.
"Ich weiß." Seine Stimme war rau. "Ich spüre es auch."
Er küsste sie.
Nicht sanft, nicht zögernd. Es war ein Kuss, der Besitz ergriff, der forderte. Seine Lippen waren fest und heiß, und als sie ihren Mund öffnete, vertiefte er den Kuss, seine Zunge traf ihre, und ein Stöhnen stieg in ihrer Kehle auf. Seine Hände waren überall – in ihrem Haar, an ihrem Rücken, an ihrer Taille, die sie gegen ihn zogen, bis kein Platz mehr zwischen ihnen war.
Clarice umklammerte sein Hemd, spürte die Muskeln unter dem Stoff, die Hitze seiner Haut. Er schmeckte nach Kaffee und nach etwas Wildem, etwas Gefährlichem, und sie wollte mehr, mehr, mehr.
Er löste sich von ihrem Mund, küsste ihren Kiefer, ihren Hals. Seine Zähne streiften ihre Haut, und sie keuchte, ihren Kopf in den Nacken legend. Seine Hände glitten tiefer, umfassten ihre Hüften, zogen sie fest gegen sich, und sie spürte seine Erregung, hart und unverkennbar.
"Clarice", stöhnte er gegen ihre Haut. "Ich will dich. Gott, ich will dich so sehr."
"Ja", flüsterte sie, ihre Hände in seinem Haar, zog seinen Mund zurück zu ihrem. "Ja, Francis. Ja."
Sie stolperten zum Wagen. Er öffnete die Hintertür, und sie fielen hinein, ihre Körper verheddert, ihre Hände gierig. Das Radio spielte leise, aber Clarice hörte es kaum. Alles, was sie hörte, war sein Atem, sein Stöhnen, das Rascheln von Stoff.
Francis zog sie auf seinen Schoß, und sie spreizte ihre Beine über ihm. Ihr Kleid rutschte hoch, und seine Hände fanden ihre Oberschenkel, glitten über die Strümpfe, über die nackte Haut darüber. Er fluchte leise, seine Stirn gegen ihre gepresst.
"Du machst mich verrückt", murmelte er. "Seit dem ersten Tag. Jede Nacht habe ich an dich gedacht. An das. An uns."

"Ich auch", gestand sie, ihre Stimme zitternd. "Ich auch, Francis."
Er küsste sie wieder, tiefer, hungriger, und seine Hände öffneten die Knöpfe ihres Kleides, eine nach der anderen, langsam, quälend. Als der Stoff auseinanderfiel und ihre Haut freilegte, hielt er inne, seine Augen dunkel und intensiv.
"Du bist perfekt", sagte er, und dann beugte er den Kopf, küsste die Kurve ihrer Brust, ihren Bauch, jeden Zoll von ihr, als wäre sie heilig.
Die Nacht verschlang sie, und in dem engen Raum des Wagens gab es nur noch sie beide – ihre Körper, ihre Atemzüge, ihre Versprechen, geflüstert gegen verschwitzter Haut.
Danach lagen sie da, verheddert, ihre Körper noch verbunden, ihre Atemzüge langsam zur Ruhe kommend. Francis hielt sie fest, eine Hand in ihrem Haar, die andere auf ihrem Rücken. Sein Herz schlug gegen ihres, ein doppelter Rhythmus.
"Bleib", flüsterte sie. "Bleib hier. Bei mir."
Er hob ihren Kopf, küsste ihre Stirn, ihre Nase, ihre Lippen.
"Ich bleibe", sagte er, und in seiner Stimme lag keine Spur von Zweifel. "Ich habe meine Entlassung beantragt. Es ist durch. Ich bin fertig mit der Navy, fertig mit dem Wegrennen. Ich will hier sein. Bei dir."
Tränen brannten in ihren Augen, aber sie waren glücklich. "Wirklich?"
"Wirklich." Er wischte eine Träne weg, sein Daumen sanft auf ihrer Wange. "Du bist mein Grund, Clarice. Du bist alles, was ich will."
Sie küsste ihn, sanft diesmal, voller Zärtlichkeit, voller Hoffnung.
Sechs Monate später
Dotty's Diner roch immer noch nach Kaffee und Speck, aber jetzt roch es auch nach etwas Neuem. Nach Hoffnung.
Clarice wischte die Theke ab, aber diesmal lächelte sie. Ein echtes Lächeln, das von innen kam. An ihrer linken Hand glänzte ein einfacher Goldring, noch neu, noch ungewohnt, aber perfekt.
Die Tür ging auf. Francis kam herein, jetzt in Zivilkleidung – Jeans, ein Arbeitshemd, Stiefel. Er hatte einen Job bei der Autowerkstatt am Stadtrand gefunden, und seine Hände trugen die Spuren davon, Öl unter den Nägeln, Schwielen an den Handflächen. Aber sein Lächeln war immer noch dasselbe, breit und echt, die Narbe, die sich über sein Gesicht zog, ein Teil von ihm, den Clarice liebte, weil sie seine Geschichte war.
Er setzte sich an seinen Platz – ihren Platz jetzt – und sie goss ihm Kaffee ein, ohne zu fragen.
"Schwarz", sagte sie.
"Immer", sagte er, und seine Augen funkelten.
Sie lehnte sich über die Theke, küsste ihn schnell, ein gestohlener Moment zwischen Gästen.
"Ich liebe dich", flüsterte sie.
"Ich liebe dich auch, Mrs. Morrison", flüsterte er zurück.

Die Jukebox spielte. Patsy Cline. Crazy. Aber Clarice fühlte sich nicht verrückt. Sie fühlte sich lebendig.
Und zum ersten Mal in ihrem Leben wusste sie: Das war ihr Platz. Hier, mit ihm, für immer.


