Zum Inhalt springen

Narrabelle – Stories of Love

Artikel: Der Playlist-Liebhaber

Der Playlist-Liebhaber
Geschichte anhören
Schließ die Augen und fang an zu träumen.

0:00 0:00

 

Das iPod war ein Relikt. Silber, zerkratzt, mit einem Riss im Display, der wie ein Blitz durch die Dunkelheit lief. Mira hatte es in einem Second-Hand-Laden in Kreuzberg gefunden, zwischen verstaubten Vinyl-Platten und Kassetten, die niemand mehr hören wollte. Fünfzehn Euro. Sie hatte es gekauft, weil sie die Idee mochte, eine Zeitkapsel aus einer Ära, als Musik noch etwas kostete, das man in der Hand halten konnte.

Sie hätte nicht erwartet, dass es geladen sein würde.

Noch weniger hätte sie erwartet, dass es nur eine einzige Playlist enthielt.

„Für wenn du mich vergessen hast"

Mira saß in ihrer Wohnung in Neukölln, Fenster auf, die warme Septemberluft trug den Geruch von Asphalt und Döner herein. Sie steckte die Kopfhörer ein, drückte Play.

Der erste Song war Bon Iver. Skinny Love. Dann Daughter. The National. Phoebe Bridgers. Perfekt kuratiert, jede Überleitung ein emotionaler Atemzug. Die Playlist erzählte eine Geschichte, von Verliebtheit, Nähe, dem langsamen Bröckeln, der Stille danach.

Mira hörte zu, bis die Stadt draußen dunkel wurde. Und als die Lieder sich fortsetzten, spürte sie etwas in sich vibrieren – eine Sehnsucht, die sie nicht benennen konnte, nach etwas, das sie nie gehabt hatte.

Am Ende, nach neunundzwanzig Liedern, kam keine Musik mehr.

Nur eine Aufnahme.

Eine Männerstimme. Tief, rau, mit einem Akzent, den sie nicht einordnen konnte. Aber etwas darin – die Art, wie er atmete zwischen den Worten, das leise Zittern – ließ ihren Puls schneller werden.

„Wenn du das hörst... Ich hoffe, du bist glücklich. Ich hoffe, du hast mich vergessen. Aber falls nicht, hier ist meine Nummer."

Die Nummer war ein Jahrzehnt alt. Sie funktionierte nicht mehr. Mira versuchte es trotzdem, spät nachts, mit klopfendem Herzen. Nichts. Nur das metallische Piepen einer nicht vergebenen Leitung.

Sie hätte es dabei belassen können.

Aber die Stimme blieb. Die Art, wie er „falls nicht" gesagt hatte, nicht hoffnungsvoll, nur müde. Und etwas in ihr wollte ihn finden, diesem Fremden sagen, dass seine Playlist gehört worden war, dass sie jemanden berührt hatte.

Das Instagram-Post war spontan. Ein Foto des iPods auf ihrer Fensterbank, das Display mit der Playlist sichtbar. Der Himmel hinter dem Fenster war lila und orange.

Caption: „Habe dieses iPod gefunden. Darauf ist eine Playlist für jemanden, die verschwunden ist. Wer ist der Playlist-Boy? #FindThePlaylistBoy"

Sie erwartete nichts. Vielleicht ein paar Likes von Freunden.

Stattdessen: zwölftausend Aufrufe über Nacht. Dann fünfzigtausend. Kommentare überschwemmten sie. „Das ist so romantisch!" „Versuch die Songs zu shazamen!" „Vielleicht war es ein Abschied!"

Dann, drei Tage später: eine DM.

„Das ist meine Playlist."

 

 

Mira starrte auf den Bildschirm. Das Profil war minimalistisch. Keine Bilder von ihm, nur Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Studio-Equipment, Berliner Straßen im Winter, einem leeren Konzertsaal. Sein Name: Luka Petrov.

Sie klickte auf die Nachricht. Ihre Finger zitterten leicht.

„Das ist meine Playlist. Ich habe sie für jemanden gemacht, die ich nie vergessen konnte. Aber du bist nicht sie."

Mira setzte sich auf den Boden, Rücken gegen die Wand. Ihr Herz schlug unregelmäßig.

Sie tippte: „Warum antwortest du dann?"

Die Antwort kam sofort.

„Weil du die Playlist ernst genug genommen hast, um nach mir zu suchen. Das bedeutet etwas."

Pause. Dann:

„Und weil deine Stimme in dem Video, das jemand geteilt hat, geklungen hat wie etwas, das ich hören will."

Mira erinnerte sich nicht an ein Video. Sie scrollte durch die Shares. Da – jemand hatte ihren Instagram-Story-Clip genommen, in dem sie über die Playlist sprach, ihre Stimme leise, nachdenklich. Sie hatte nicht gewusst, dass es viral gegangen war.

Er hatte ihre Stimme gehört.

Und er war gekommen.

Sein richtiger Name war Luka. Achtundzwanzig. Musikproduzent in Berlin, ursprünglich aus Serbien. Er erklärte es in kurzen, präzisen Nachrichten, als hätte er diese Geschichte schon oft erzählt, aber nie laut.

Die Playlist war für seine erste Liebe gewesen. Sie hatten sich mit neunzehn kennengelernt, in Belgrad. Drei Jahre zusammen. Dann war sie nach Kanada gezogen, ohne Vorwarnung, ohne Erklärung. Einfach verschwunden.

Er hatte die Playlist gemacht, als Versuch, sie zu verarbeiten. Dann hatte er das iPod in einen Second-Hand-Shop in Berlin gelegt, Jahre später. Eine Art Abschied.

„Ich dachte, wenn jemand es findet, ist es Zufall. Oder Schicksal. Aber ich habe nie gedacht, dass diese Person mich kontaktieren würde."

Mira schrieb: „Und jetzt?"

„Jetzt weiß ich nicht." Pause. „Aber ich möchte dich kennenlernen. Die Person, die meine Musik verstanden hat."

Mira biss auf ihre Lippe. Ihr Puls raste.

„Vielleicht könnten wir schreiben. Über Musik."

Eine Pause. Dann:

„Nur über Musik?"

Mira spürte Hitze in ihren Wangen aufsteigen.

„Mal sehen."

Die Playlists begannen eine Woche später.

Luka schickte zuerst. Kein Text. Nur ein Link zu einer Spotify-Playlist mit dem Titel: „Für die Fremde, die mir geholfen hat, loszulassen."

Mira öffnete sie in ihrem Bett, Kopfhörer auf, Herz schneller als es sollte. Es fühlte sich intim an, privat, als würde sie in sein Innerstes schauen.

Der erste Song war Hozier. Like Real People Do. Dann Novo Amor. José González. Leise, zärtlich, aber mit einer Schwere darunter. Jeder Song fühlte sich an wie eine Berührung, wie Finger, die über Haut strichen.

Am Ende ein Lied, das sie nicht kannte. Ein serbisches Lied. Eine Frauenstimme, die über Verlust sang.

Sie verstand kein Wort, aber sie spürte es. Spürte, wie Tränen in ihre Augen stiegen.

Mira antwortete zwei Tage später. „Für den Fremden, der Zeitkapseln in Second-Hand-Shops lässt."

Ihre Playlist begann mit Florence + The Machine. Shake It Out. Dann The xx. James Blake. Dann, ganz am Ende: Für immer von Dota Kehr.

Sie fügte eine Sprachnotiz hinzu, zum ersten Mal. Ihr Herz hämmerte, als sie auf Aufnahme drückte.

„Ich glaube nicht an Schicksal. Aber ich glaube, dass manche Dinge uns finden, weil wir bereit sind, sie zu sehen."

Seine Antwort kam nachts.

 

 

Nur eine Sprachnachricht. Seine Stimme, leise, fast flüsternd, intim in der Dunkelheit ihres Zimmers.

„Du hast Recht. Vielleicht war ich bereit." Pause. „Deine Stimme ist noch schöner, als ich dachte. Ich könnte ihr stundenlang zuhören."

Mira spielte die Nachricht drei Mal ab, bevor sie schlafen ging. Und als sie einschlief, träumte sie von einer Stimme, die sie nur durch ein Handy kannte.

Die Wochen vergingen in Playlists.

Manchmal nur Musik. Manchmal kurze Nachrichten. Manchmal Sprachnachrichten, die länger wurden, persönlicher. „Dieser Song erinnert mich daran, wie es sich anfühlte, als ich das erste Mal nach Berlin kam." Oder: „Das hier ist für regnerische Abende, wenn man nicht allein sein will."

Sie lernten sich durch Sounds kennen. Durch den Rhythmus ihrer Auswahl. Er mochte düstere Synthesizer und langsame Builds. Sie mochte rohe Vocals und akustische Intimität. Aber es gab Überschneidungen. Radiohead. Sufjan Stevens. The National.

Mira merkte, dass sie anfing, seine Lieder in ihren eigenen Playlists zu spiegeln. Als würde sie ihm antworten, ohne Worte. Als würden sie sich berühren, durch die Musik.

Und dann begannen die Nachrichten, sich zu verändern.

Später in der Nacht. Persönlicher. Verwundbarer.

„Ich denke an dich, wenn ich Musik mache. Frage mich, was du dazu sagen würdest."

„Ich höre deine Playlists beim Einschlafen. Stelle mir vor, du wärst hier."

„Ich will deine Stimme hören. Nicht nur in Sprachnachrichten. Richtig."

Und eines Nachts, nach einer Playlist, die besonders intim war, besonders roh, schickte Mira zurück:

„Ich will dich sehen."

Seine Antwort kam sofort.

„Ich spiele nächste Woche in einem Klub. Kreuzberg. Eine Band, mit der ich arbeite. Willst du kommen?"

Ihr Herz stockte.

Das war real. Nicht mehr nur Playlists und Nachrichten.

Sie tippte: „Vielleicht."

Dann löschte sie es.

Tippte wieder: „Ja. Ich komme."

Schickte es ab, bevor sie es bereuen konnte.

Der Klub war ein Keller mit niedrigen Decken und rotem Licht. Die Luft roch nach Bier und Schweiß und etwas Süßem, das sie nicht benennen konnte. Mira stand hinten, Rücken gegen die kühle Wand, Arme verschränkt. Ihr Herz schlug so laut, dass sie es über der Musik hören konnte.

Die Band begann zu spielen. Indie-Rock, verzerrt und laut, aber mit melodischen Zwischenspielen, die an die Playlists erinnerten.

Und dann sah sie ihn.

Luka stand seitlich an einem Keyboard, Kopf gesenkt, Finger auf den Tasten. Er trug Schwarz. Sein Haar war länger, als sie gedacht hatte, dunkel und unordentlich. Sein Gesicht war im Schatten, aber sie erkannte die Kieferlinie, die Konzentration. Die Art, wie sich sein Körper mit der Musik bewegte, flüssig, vollkommen in seinem Element.

Ihr Atem wurde flacher. Er war schön. Nicht perfekt, aber real, greifbar, und etwas in ihr zog sich zusammen bei dem Gedanken, ihn zu berühren.

Er sah nicht ins Publikum. Nicht einmal, während er spielte. Er war vollständig in der Musik versunken.

Dann, zwischen zwei Liedern, hob er den Kopf.

Und sah direkt zu ihr.

Die Welt wurde still.

Nur einen Moment. Nur eine Sekunde, in der seine Augen die ihren fanden, dunkel und intensiv, und etwas in ihrer Brust zog sich zusammen. Sie sah die Erkennung in seinem Blick, das Aufflackern von etwas Heißem, Hungerigem.

Dann wandte er sich wieder dem Keyboard zu.

Aber sie hatte es gesehen. Das Verlangen. Die Verbindung.

Nach dem Konzert ging sie nicht sofort. Sie stand draußen, rauchte nicht, fror nicht, bewegte sich nur nicht. Ihr Körper vibrierte noch von der Musik, von seinem Blick.

Dann kam er.

Luka trat aus der Tür, Jacke über der Schulter, Haare zerzaust. Er blieb stehen, als er sie sah.

 

 

„Du bist gekommen", sagte er. Seine Stimme klang wie in den Sprachnachrichten, tief, rau, aber jetzt war sie real, physisch, und sie spürte sie in ihrem Brustkorb.

„Ich bin gekommen", sagte Mira.

Sie standen sich gegenüber. Zwei Meter Abstand. Die Straße hinter ihm war leer, die Laternen warfen gelbes Licht auf den nassen Asphalt.

„Ich wusste nicht, ob du wirklich kommst", sagte Luka. Er kam näher, einen Schritt, dann noch einen.

„Ich auch nicht."

Er lächelte. Es war klein, schief, und es veränderte sein Gesicht komplett. „Du bist schöner, als ich gedacht habe."

„Du hast mich nie gesehen."

„Doch. In meinem Kopf. Jedes Mal, wenn ich deine Stimme gehört habe." Ein weiterer Schritt. Jetzt war er nah genug, dass sie seinen Duft wahrnahm – etwas Holziges, Warmes, vermischt mit Schweiß und Bier. „Aber das hier ist besser."

Miras Atem stockte. „Luka..."

„Willst du... irgendwo hingehen? Kaffee? Oder..."

„Ja."

Sie landeten in einem Späti, tranken Bier auf der Bordsteinkante. Neukölln um zwei Uhr morgens. Autos fuhren vorbei, ab und zu Stimmen, aber es fühlte sich an wie eine Blase.

Luka saß neben ihr, diesmal nah. So nah, dass ihre Oberschenkel sich berührten, dass sie die Wärme seines Körpers spüren konnte, die Hitze, die von ihm ausging.

„Warum hast du das iPod wirklich abgegeben?" fragte Mira.

Luka sah auf seine Hände. „Weil ich es leid war, daran festzuhalten. Ich dachte, wenn ich es physisch loslasse, kann ich emotional loslassen."

„Hat es funktioniert?"

„Nein." Er lachte leise. „Aber dann hast du es gefunden. Und plötzlich..." Er drehte sich zu ihr, sein Blick intensiv. „Plötzlich wollte ich nicht mehr loslassen. Ich wollte festhalten. An dir. An dem, was das bedeuten könnte."

Mira drehte die Bierflasche in ihren Händen. „Und jetzt?"

„Jetzt..." Seine Hand bewegte sich, fand ihre auf dem kalten Beton. „Jetzt denke ich, dass vielleicht manche Dinge nicht losgelassen werden sollen. Vielleicht werden sie transformiert."

Ihr Herz hämmerte. Seine Hand war warm, rau von den Tasten, und seine Finger schlossen sich um ihre.

„Luka..."

„Ich weiß." Er unterbrach sie sanft. „Ich weiß, das klingt verrückt. Wir kennen uns nicht. Nicht wirklich."

 

 

„Doch", sagte Mira leise. „Das tun wir. Ich kenne deine Stimme. Ich kenne deine Musik. Ich kenne, wie du fühlst."

Er sah sie an, als würde er nach etwas suchen. Seine andere Hand hob sich, zögernd, legte sich an ihre Wange.

„Ich habe Angst", flüsterte er.

„Ich auch."

„Aber du bist hier."

„Ich bin hier."

Er beugte sich vor, langsam, gab ihr Zeit zurückzuweichen. Aber sie wich nicht zurück.

Seine Lippen fanden ihre, sanft zuerst, fast scheu. Aber dann vertiefte sich der Kuss, wurde hungriger. Seine Hand glitt in ihr Haar, zog sie näher, und sie spürte, wie ein Stöhnen ihrer Kehle entwich.

Er schmeckte nach Bier und etwas Süßem, nach Sehnsucht und Versprechen. Seine Zunge strich über ihre Unterlippe, und sie öffnete sich ihm, ließ ihn ein.

Als sie sich lösten, beide außer Atem, lehnte er seine Stirn gegen ihre.

„Komm mit zu mir", murmelte er. „Bitte."

„Ja."

Seine Wohnung war klein, chaotisch, voller Instrumente und Platten. Aber Mira nahm nichts davon wirklich wahr, weil er sie kaum durch die Tür gezogen hatte, bevor er sie wieder küsste, dringlicher diesmal.

„Ich habe seit Wochen davon geträumt", murmelte er gegen ihren Hals. „Dich zu berühren. Zu schmecken."

„Ich auch." Ihre Hände fuhren unter sein Shirt, fühlten die Wärme seiner Haut, die Muskeln, die sich unter ihrer Berührung anspannten.

Er zog sie zum Bett, und sie fielen zusammen darauf, ein Gewirr aus Gliedmaßen und Verlangen.

Luka nahm sich Zeit, lernte sie. Seine Hände glitten über ihren Körper, langsam, forschend, während seine Lippen über ihre Haut wanderten.

„Du bist so schön", murmelte er. „Noch schöner als in meinen Träumen."

Sie zog ihn zu sich, küsste ihn tief, verzweifelt. „Luka, bitte—"

„Was brauchst du?"

„Dich. Alles."

Und er gab es ihr, langsam, intensiv, mit einer Aufmerksamkeit, die sie noch nie erlebt hatte. Er hörte auf jeden Atemzug, jedes Geräusch, lernte, was sie zum Beben brachte.

Danach lagen sie verschlungen, verschwitzt, ihre Herzen noch rasend.

„Bleib", flüsterte er in ihr Haar.

„Ich bleibe."

Drei Monate später lag Mira in Lukas Wohnung, auf seinem Bett, das nach Waschmittel und ihm roch. Draußen regnete es. Die Tropfen liefen an der Fensterscheibe herunter wie Musik.

Luka saß am Boden, Rücken gegen das Bett, Laptop auf den Knien. Er arbeitete an einem Track. Sie konnte die Bassline durch seine Kopfhörer hören, leise, ein Puls.

„Wie heißt der Song?" fragte sie, ihre Finger spielten mit seinem Haar.

Er zog die Kopfhörer ab, drehte sich zu ihr. „Noch ohne Titel."

„Darf ich hören?"

Er zögerte, dann reichte er ihr einen Kopfhörer.

Sie setzte ihn auf. Der Sound füllte ihren Kopf. Dunkel, schimmernd, mit einer Melodie, die sie fast erkannte.

„Das ist..."

„Deine Playlist", sagte Luka leise. „Ich habe sie genommen. Alles, was du mir geschickt hast. Und daraus etwas Neues gemacht." Er drehte sich zu ihr, kletterte aufs Bett. „Etwas für uns."

Mira sah ihn an. Sein Gesicht war offen, verwundbar.

„Luka..."

 

 

„Ich wollte dir zeigen, was du für mich getan hast. Du hast mir nicht geholfen, sie zu vergessen. Du hast mir geholfen, mich zu erinnern, ohne dass es wehtut." Seine Hand fand ihre. „Du hast mir gezeigt, dass man neu lieben kann. Besser."

Die Tränen kamen unerwartet. Mira wischte sie weg, aber Luka sah sie schon.

„Hey." Er kniete sich vor sie, seine Hände an ihrem Gesicht. „Was ist los?"

„Nichts ist los." Sie lachte durch die Tränen. „Es ist perfekt. Du bist perfekt."

„Nein, das bin ich nicht."

„Doch", flüsterte sie. „Für mich schon."

Luka beugte sich vor, Stirn gegen ihre. Seine Augen schlossen sich.

„Darf ich..."

„Ja. Immer ja."

Der Kuss war langsam. Zärtlich. Seine Hand lag an ihrer Wange, Daumen streichelte über ihre Wangenknochen. Die Musik spielte noch, leiste, in dem einen Kopfhörer zwischen ihnen.

Und als er sie zurück aufs Bett zog, als ihre Körper sich fanden in dem vertrauten Rhythmus, den sie gelernt hatten, wusste Mira:

Das war ihre Musik. Ihre Playlist. Ihre Geschichte.

Draußen hörte der Regen auf. Das Licht kam zurück, silbrig und weich.

Und irgendwo, auf einem alten iPod in einer Schublade, wartete eine Playlist darauf, dass jemand sie fand.

Aber Mira und Luka brauchten sie nicht mehr.

Sie hatten ihre eigene Musik gemacht.

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Danke. Bitte bestätige jetzt deine Anmeldung in der Mail die wir dir geschickt haben.

Kostenfrei anmelden und 2 exklusive E-Books erhalten

Im Narrabelle-Newsletter bekommst du von Zeit zu Zeit Updates, Infos und exklusive Geschichten.

Zum Start bekommst du 2 exklusive E-Books mit Geschichten (inklusive Audio-Version zum Anhören).


„Salz und Adrenalin“ entführt dich an die sonnenhellen Strände Portugals - warm, frei, salzig:

Bild eines kostenlosen E-Books. Auf dem Cover ist eine Frau am Strand mit einem Surfbrett in der Hand zu sehen.


„Der Funken im Schnee“ führt dich in einen Winter voller Nähe und leiser Leidenschaft:

Bild eines kostenlosen E-Books. Auf dem Cover küssen sich eine Frau und ein Mann in der Tür einer Holzhütte.

Weitere Stories

Racheplan mit Herzschlag
Dark

Racheplan mit Herzschlag

Nora Takahashi trägt seit drei Jahren einen falschen Namen und ein Messer im Stiefelschaft. Beides für denselben Mann: Ryō Metzger, den sie für den Tod ihres Bruders Kenji verantwortlich macht. Als...

Zur Geschichte
Das Eis von Calgary
Confident Tease

Das Eis von Calgary

Calgary, 1988. Das Eis riecht nach Kälte, die bereits Arbeit geleistet hat. Diane Okafor-Calloway sitzt in der Pressetribüne und beobachtet einen russischen Eishockeyspieler, der sich bewegt, als g...

Zur Geschichte
Kethara-9: Was im Maschinendeck erwacht
Confident Tease

Kethara-9: Was im Maschinendeck erwacht

Das Brummen der Reaktoren war Saskia Brenners konstanteste Begleiterin – bis der erste Alarm kam. Nicht laut. Nie laut. Nur eine Diskrepanz in den Navigationsdaten, miniaturistisch, so subtil, dass...

Zur Geschichte
>